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Glaubensgestalten

Friedrich Weißler (1891-1937)



Fürchte dich nicht, glaube nur, spricht der Heiland zu den Seinen. Wenn der irdischen Natur keine Hoffnung mehr will scheinen, dann ist Gott wahrhaftig nah und mit seiner Hilfe da.“ So lautet die erste Strophe eines Gedichts, das Friedrich Weißler rund 14 Tage vor seiner Ermordung im Konzentrationslager Sachsenhausen schrieb.
Friedrich Weißler wurde als Sohn eines angesehenen jüdischen Rechtsanwalts am 28. April 1891 in Schlesien geboren, schon als Baby jedoch evangelisch getauft. Nach dem Schulbesuch in Halle studierte Weißler dort und in Bonn Jura. Von 1914 bis 1918 nahm er als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Nach Ende des Krieges war er an verschiedenen Gerichten tätig bis er 1932 zum Präsidenten des Landgerichts Magdeburg ernannt wurde.
In dieser Funktion geriet er schnell mit den Nationalsozialisten in Konflikt, als er einen SA-Mann wegen Tragens seiner Uniform im Gericht zu einer Ordnungsstrafe verurteilte. Beleidigungen, Verleumdungen und Misshandlungen waren die Folge; im Juli 1933 wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft aus dem Staatsdienst entlassen.
Weißler zog mit seiner Familie (1925 hatte er die Pfarrerstochter Hanna Schäfer geheiratet, mit der er zwei Söhne hatte) nach Berlin und stellte sich in den Dienst der Bekennenden Kirche, zunächst als ehrenamtlicher juristischer Berater, seit 1936 als Leiter der Kanzlei. Er war Mitverfasser einer an Hitler gerichteten Denkschrift der Bekennenden Kirche, in welcher die nationalsozialistische Rassenideologie und der Terror gegen Andersdenkende kritisiert wurden, und die in die Öffentlichkeit gelangte. Im Oktober 1936 wurde Friedrich Weißler von der Gestapo verhaftet, am 13. Februar 1937 in das KZ Sachsenhausen überstellt, wo er aufgrund schwerer Misshandlungen schon sechs Tage später, am 19. Februar 1937, verstarb. Sein Gedicht endet mit der vertrauensvollen Strophe: „Nur dem Vater gilt es traun, stille halten seinem Willen. Er wird Zeit und Weg erschaun, dein Verlangen zu erfüllen. Mach den eig‘nen Willen still. Gott führt selber dich ans Ziel!“ Er wurde zum ersten Todesopfer der Bekennenden Kirche.
Der evangelische Pfarrer Werner Koch, der mit Friedrich Weißler verhaftet worden war, das Konzentrationslager aber überleben konnte, schrieb über ihn: „Friedrich Weißler war der Mann Gottes — hinter den Kulissen! Gewiss nicht der einzige, aber einer von denen, auf die es in Wahrheit ankam.“