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Angedacht

Hoffnungsbotschaft und Mahnung

1914 und 1945 – Anfangs- und Endpunkt einer düsteren Zeit. Beginn des Ersten und Ende des Zweiten Weltkriegs: Epoche millionenfachen Todes, unvorstellbaren Leids, furchtbarer Gräuel. Über den beiden Jahreszahlen der Auferstehende, der gerade aus dem Grab kommt. Das Kreuz in der Hand, die andere zum Segen erhoben, einen Fuß auf den Trümmern einer Grabplatte. Kommt hier zusammen, was nicht zusammengehört?

Im Gegenteil: Wenn die Dimension des Leids unvorstellbar ist, muss auch die Größe der Hoffnung unvorstellbar sein. Unvorstellbar und doch glaubwürdig. Millionen Tote sind Millionen Leben, Millionen Einzelschicksale – und jedes Leben liegt Gott am Herzen. Für jedes Leben ist Christus auferstanden. Die Botschaft des Ostermorgens spricht genau in die Fassungslosigkeit der Kriege hinein, wie sie in die Fassungslosigkeit jedes Sterbens hineinspricht. Wie die Frauen am Grab in ihre Trauer hinein die Botschaft „Jesus lebt“ gehört haben, so dürfen wir sie an jedem Grab hören: am Grab eines geliebten Menschen genauso wie auf den Soldatenfriedhöfen mit ihren langen Gräberreihen. Wo alles durch menschliche Schuld am Ende ist, macht Gott einen neuen Anfang.

Das Bild des Auferstehenden über den Jahreszahlen „1914“ und „1945“ ist jedoch nicht nur Hoffnungsbotschaft, sondern auch Mahnung. Gott ist ein Gott des Lebens. Er liebt das Leben und besiegt den Tod. Er möchte, dass die Menschen das Leben in Fülle haben. Kein Krieg kann und darf mit Gottes Botschaft des Lebens und der Liebe begründet werden.



Michael Tillmann