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Angedacht

Nähe und Distanz

Wer häufiger – zum Beispiel in der Ferienzeit – unterschiedliche Kirchen besucht, wird immer mal wieder ein solches oder ähnliches Schild entdecken. Hinweise, die ihre Berechtigung haben, denn wertvolle Kunstwerke müssen geschützt werden. Auch Alarmanlagen können notwendig sein, denn immer wieder hört oder liest man, dass Kirchen und ihre Kunstschätze Opfer von Diebstahl oder Vandalismus werden. Zum Gottesdienst werden die Schilder beiseitegeräumt, und Menschen, die außerhalb der Gottesdienstzeiten beten möchten oder Andacht suchen, werden sich durch diese Hinweise nicht stören lassen.

„Bitte nicht betreten. Alarmanlage“ – ich möchte diesen Hinweis zum Aufhänger nehmen, um über eine andere Frage nachzudenken: Welche Distanz habe ich zu Gott? Welche Nähe suche oder erlaube ich mir? Sicherlich Fragen, die jede und jeder für sich selbst beantworten muss, doch es gibt – meiner Ansicht nach – auch eine unangemessene Nähe oder, besser gesagt, es wird versucht, eine Nähe vorzutäuschen, die mir unangemessen ist. „Frühstück mit Gott“ las ich vor einiger Zeit auf einem Plakat, das zu einer kirchlichen Veranstaltung einlud. Ich fand das unangemessen, denn Gott ist meinem Empfinden nach nicht der Kumpel, der mal gerade auf eine Tasse Kaffee vorbeikommt. Kann ich so angemessen von Gott reden und fehlt dann doch die – wie man früher sagte – Ehrfurcht gegenüber Gott? Wie es eine unangemessene Nähe geben kann, gibt es auch eine unangemessene Distanz. Unangemessen, weil sie das falsche Maß wählt. Distanz aus Angst vor Gott darf nicht sein. Und darf ich erst recht nicht anderen einreden. Nähe und Distanz zu Gott – darüber lohnt es sich nachzudenken und mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Peter Kane