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Angedacht

Das Dennoch des Glaubens

Das Kreuz ist das Zeichen, das alle Christen miteinander verbindet – über alle Zeiten, Orte und Konfessionen hinweg. Auf dem Foto sehen Sie das Kreuz in der Kapelle der Wartburg. Vor diesem Kreuz hat die heilige Elisabeth von Thüringen ebenso gebetet wie der Reformator Martin Luther – und wie ungezählte Menschen vor und nach ihnen bis heute. In diesem wie in vielen, unendlich vielen anderen Kreuzen haben ungezählte Menschen Trost, Kraft, Hoffnung gefunden. Eigentlich ein Widerspruch. Denn das Kreuz ist ein Hinrichtungsinstrument. Das Skandalöse daran ist uns heute kaum noch bewusst, wenn Kreuze unsere Kirchtürme schmücken, an den Wänden unserer Wohnungen hängen oder wir es um den Hals tragen. Denken Sie sich einen Moment anstelle der Kreuze einen elektrischen Stuhl und Sie spüren das Aberwitzige, das eigentlich Absurde unseres Glaubens: Dass Gott einzig aus Liebe Mensch wird und sich von Menschen ans Kreuz nageln lässt, um gerade diese Menschen dadurch vom Tod zu befreien. Das ist das große „Dennoch“, das Paradoxon des christlichen Glaubens: Der leidet, wird auch gerettet werden; der am Kreuz stirbt, wird uns das Leben schenken; der zu einem schmählichen Tod Verurteilte hat uns befreit.

Der Blick auf das Kreuz ruft mir die Schrecken und Leiden Jesu und der Menschen in Erinnerung, ins Bewusstsein. Doch dabei muss – ja ich möchte sagen, darf – ich nicht stehen bleiben. Denn das Kreuz weist über Leid und Tod hinaus, weist hin auf den Auferstehungsmorgen, weist hin auf die Verheißung ewigen Lebens für alle Menschen. Der vertikale und der horizontale Balken des Kreuzes verbinden die Menschen untereinander und mit Gott. Zusammen werden sie zum Pluszeichen des Lebens.